Die Weihnachtsgeschichte zur PC - Rundfunkgebühr
Es begab sich zu der Zeit, als weder Schnee noch Lichtlein auf den Tannen blitzten, dass sich große Teile des Volkes gegen ein Geschenk des Himmels auflehnten.
Schon seit Jahren wurde in göttlichen Filialen irdischer Parteizen-tralen an einem richtig großen Geschenk gebastelt. Geschäfig werkelte man Teilchen für Teilchen und viele geheime Konferenzen ließen erahnen, dass da eine große Sache in Arbeit war. Emsig hasteten Gestalten mit überdimensionierten Heiligenscheinen und mit Paragraphen unter´m Arm durch die parteilichen Bastelstuben, denn Weihnachten 2006 sollte die Überraschung perfekt sein.
Nahm man doch wahrhaftig an, dass noch viele Bürger an den Weihnachtsmann glauben und ständig darauf harren, sich von diesem Geschenke überbringen zu lassen...
Doch Gerüchten zufolge wurde kurz vor Auslieferung dieser Gabe gemunkelt, es seien undercover arbeitende Gesellen der Hölle in Gestalt von mit weißen Westen verkleideten und mit gleißenden Heiligenscheinen ausgestatteten Politikern am Werk, die sich das listige Geschenk nur als niederträchtige Bereicherung nach Kaffee-fahrtenmuster haben einfallen lassen:
"Kostenfrei buchen wir deine Reise zur öffentlich-rechtlichen Online-Insel, lediglich für eine 'traum'-hafte Reisedecke wirst du zahlen müssen. Monat für Monat, Jahr um Jahr wirst du die nicht vorhandene Decke bezahlen, selbst wenn du die Online-Reise nie antreten wirst... Selbstverständlich ist der Abschluss einer Reiserücktrittversicherung nicht möglich".
Eine heimliche Spektralanalyse sämtlicher Heiligenscheine erbrachte bei den leitenden Geschenk-Initiatoren ohne Ausnahme das gleiche Ergebnis: FALSCH!
Und offensichtlich waren alle Träger des künstlichen Heiligenscheins von selbigem und von hochgerechneten Gewinnerwartungen so geblendet, dass sie nicht merkten, dass der himmlische Frieden in deutschen Landen zu zerbrechen drohte...
Die Gerüchte entsprachen also der Wahrheit und der Jammer war groß!
Immer mehr redlich denkende Menschen fühlten sich über den Gabentisch gezogen. Auch der Glaube an den Weihnachtsmann war nicht mehr das, was er früher mal war und so wollte partout nicht das geringste Interesse an diesem verlogenen "Präsent" aufkommen. Es stand zwar auf einigen Wunschzetteln, doch waren die allesamt von gierigen Filialleitern ausgestellt, die sich reichlich gefüllte Geldsäcke erhofften...
Unter Hinweis auf selbstgebastelte Gesetzestafeln, auf denen zuvor-derst in goldenen Lettern " RGebStV " prangte, wurde von der Riege politisch Vergeistigter tatsächlich verkündet, dass das "Geschenk" laut "göttlicher" Ordnung nicht abgelehnt werden könne, es sei denn, man wäre noch ärmer dran als gewisse Begünstigte.
"Welche Begünstigten?" fragte das Volk...
Nachforschungen ergaben, dass damit die Trompeten Jerichos gemeint waren, die unter dem Pseudonym "öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten" schon so manche Mauer im Auftrag Attacke-blasender Politiker zum Einsturz gebracht hatten.
Eine erneute Bestätigung der weitläufigen Meinung, dass besagte Politiker entgegen aller anders lautenden Beteuerungen in den Rundfunkanstalten auch die allererste Geige spielen.
Selbst als Dirigenten eines kleinen Strohmann-Ensembles, dessen Mitglieder sich ausschließlich aus Intendanten zusammensetzen, veranstalten sie regelmäßig Kammerkonzerte, allerdings unter jeglichem Ausschluss der Öffentlichkeit.
Das angebliche Geschenk des Himmels erwies sich in Form des "göttlich" erlassenen Zwanges (kurz GEZ) als irdisch-trojanisches Pferd, das schadenfroh wiehernd mit einer ernüchternden Nachricht aufwartete...
Dass "Geschenk" sollte nicht nur unausschlagbar, sondern definitiv mit einer festgeschriebenen und großzügigen Spende von 17,03 Euro verbunden sein, zahlbar ab 01.01.2007 an bedürftige Rundfunk-gestalten des öffentlichen Rechts.
Als besonderes Schmankerl wurde den Bürgern offeriert, dass sie nach Zahlung der "Spende", die man doch fairerweise 'Gebühr' hätte nennen sollen, gar die Legitimation erhalten, "neuartige Rund-funkempfangsgeräte" zur Übermittlung ihrer Steuererklärungen einzusetzen...
Fürwahr, ein teuflischer Plan!
Es sollte das Tor zu einem Gebührenhimmel aufgestoßen werden, wogegen das Eldorado wie eine kümmerliche Mondlandschaft erscheinen würde.
Trotz milder Witterung breitete sich in Deutschland ein so frostiges Klima aus, dass verantwortlichen Politikern das Blut in den Adern gefror und die falschen Heiligenscheine zu flatterten begannen. Sie nannten es tragisch und undankbar, dass keiner der heuchlerisch Beschenkten freiwillig seinen Hals in die Gebührenschlinge legen wollte...
Selbst die nationale Hilfeorganisation, die sich als KEF (Karitative entwicklungsbedürftiger Funkhäuser) für in Not befindliche Rund-funkanstalten des öffentlichen Rechts einsetzte, konnte die Stim-mung pro Gebühr beeinflussen, obwohl die Bedürftigkeit dieser Rundfunkanstalten angesichts armseliger Programmgestaltung schon zum Himmel schrie...
Niemand traute noch dem Weihnachts- bzw. Teufelsbraten, selbst dann nicht, als "göttliche" Boten mit gespaltenen Engelszungen behaupteten, dass nur eine sehr, sehr begrenzte Anzahl privilegierter Geschenkempfänger-Gebührenzahler bei der GEZ Beachtung finden wird...
Auch eine abgespeckte Gebühr von 17,03 Euro auf ausgekochte 5,52 Euro führte kaum zu einer verbesserten Akzeptanz im Volke. Der Karren war abgefahren, blieb aber kurze Zeit später im Sand vor der EU-Beihilfekommission in Brüssel stecken.
Entgegen früherer Ansichten verkündete man dort am 15.12.2006, dass man einer so großen Bescherung für das deutsche Volk nicht länger im Weg stehen wolle. Ohne Scham bekannten Brüsseler ExpertInnen, dass sie nicht weiter das Elend und die Erkenntnis ertragen können und möchten, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk in der BRD durch staatlich gelenkte Geld- und Einflüsse kreuz- und quer subventioniert und manipuliert würde.
Deshalb werde man sich künftig in Brüssel mit wichtigeren Dingen beschäftigen, so zum Beispiel, den selbstgepflegten Glauben an den Weihnachtsmann in der Europäischen Gemeinschaft weiter zu stärken...
Gemeinsam mit den in Rundfunkfragen nach eigenen Angaben als staatsfern bezeichneten Ministerpräsidenten Kurt Beck und Edmund Stoiber machte man den weihnachtlich herausgeputzten Beihilfe-Karren wieder flott, half noch beim Anspannen von 3,5 Millionen unfreiwilliger bundesdeutscher Ochsen und übergab dann dem Generalintendanten Beck die Zügel.
Nachdenklich schaute die EU-Kommission dem Peitsche schwin-genden Beck und dem von der Ladefläche winkenden Stoiber hinterher, bis die zwei mit prachtvoll gleißenden Heiligenscheinen als winzige Figuren hinter ihrem kleinen Horizont verschwanden.
Noch lange wird die EU-Beihilfekommission auf die göttliche Ein-gebung warten, welcher von den Beiden denn nun eigentlich der richtige Weihnachtsmann war...
Direkt nach Ankunft der Ministerpräsidenten in der Kölner Parteizen-trale am Appellhofplatz 1, wurde überschwänglich der glimpfliche Ausgang der Brüsseler Auseinandersetzungen bis tief in die Nacht hinein gefeiert.
Zwischendurch wurde nur mal schnell die Weihnachtsbotschaft im kleinen ARD-Studio aufgezeichnet. Eine undichte Stelle (die es halt auch beim WDR gibt), hat uns vor Ausstrahlung eine Kopie des Textes übermittelt:
Unser oberster Herr der über allem webt,
unrasiert, aber mit einem Job er lebt,
in dessen Armen ihr nun schwebt,
spricht zu euch:
Aus dem Internet, da komm ich bald her
und bring euch dazu die passende Mähr;
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Trauben,
Ich werd´ euch quetschen, dass könnt ihr mir glauben...
Eure sauer erarbeiteten Früchte sind mir willkommen,
sie füllen mein Konto, wahrlich ganz unbenommen...
Ich mach aus Wasser gar köstlichen Wein,
das Himmelreich sei Euer, doch der Ertrag sei mein...
Wer´s von euch nicht glaubt, ihr meine Lieben,
im Rundfunkstaatsvertrag steht´s bald geschrieben...
GEZegnete Weihnachten!
Mit freundlicher Genehmigung von Helmar Paweletz


